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Seit dem 1. Juli 2015 gibt es die Möglichkeit neuer Zusammenarbeitsformen,
die Erweiterte Vertretung und Jobsharing.

Österreichweit gelten folgende Regelungen:

1. Erweiterte Vertretung

Eine Vertretung bis zu sechs Wochen ist nunmehr völlig unbürokratisch möglich. Eine Vertretung, die länger als drei Monate dauert, darf die Kasse nicht verweigern bei:

a.  schwerer Erkrankung bzw. Rehabilitation
b.  Schwangerschaft
c.  Kinderbetreuung
d.  Pflege naher Angehöriger
e.  Fort- und Weiterbildung

2. Jobsharing

Die verbesserten Möglichkeiten zur Zusammenarbeit von Zahnärzten mit Kassenvertrag führen zu einer klaren Stärkung der Ordinationen. Auf Jobsharing wegen Kinderbetreuung und aus Altersgründen besteht ein Rechtsanspruch. Damit wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch im kassenzahnärztlichen Bereich erleichtert. Die lange geforderte Übergabepraxis wurde somit Realität.

Bitte beachten Sie jedoch die im Bundesland geltenden Reihungskriterien und Reihungsrichtlinien, die die Vergabe von Kassenplanstellen regelt. Es ist nicht sichergestellt, dass der Jobsharingpartner auch gleichzeitig der nachfolgende Kassenvertragspartner ist.

Gesamtvertragliche Vereinbarung Jobsharing, in Kraft getreten mit Juli 2015

3. Erweiterungen bei den Jobsharingmöglichkeiten ab 1. Juli 2018:

Folgende weitere Sachverhalte wurden als Voraussetzung für die Begründung von Jobsharingverhältnissen neu definiert:

  • Als Vorgriff auf eine noch zu schaffende Lehrpraxisregelung mit einem Job-sharingpartner, der seine Ausbildung (Studium der Zahnmedizin bzw. eine Weiterbildung zum Kieferorthopäden) in den letzten zwei Jahren abgeschlossen hat und die Berechtigung zur selbstständigen Ausübung des zahnärztlichen Berufes in Österreich gemäß dem Zahnärztegesetz in der geltenden Fassung erlangt hat (in diesem Fall dürfen beide Jobsharingpartner gleichzeitig in der Ordination tätig sein).
  • Wenn als Folge einer Erkrankung die vollständige Erfüllung der vertraglichen Pflichten längerfristig nicht möglich ist.
  • Wenn durch die vollständige Erfüllung der vertraglichen Pflichten nachgewiesen eine ernsthafte Erkrankung droht oder begünstigt wird, durch die die vollständige Erfüllung der vertraglichen Pflichten nicht mehr möglich wäre.
  • Berufliche zahnmedizinische Fort- oder Weiterbildung, deren zeitliche Inanspruchnahme so umfangreich ist, dass eine vollständige Erfüllung der vertraglichen Pflichten nicht mehr möglich ist.

Für alle diese weiteren Jobsharingmöglichkeiten gilt wie für die bisherigen, dass die Dauer jeweils bis zu 5 Jahre betragt werden kann, bei Einvernehmen zwischen Kasse und Kammer können diese Zeiträume auch verlängert werden.

Außerdem wurde in jenen Fällen, in denen es zu Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Jobsharing kommt, nunmehr als zweite Instanz eine gemeinsame Schlichtungsmöglichkeit auf Bundesebene eingeführt.

Antrag Jobsharing

Hier finden Sie alle gesamtvertraglichen Vereinbarungen zum Jobsharing in der geltenden Fassung.